Deutsche Konsonanten im phonetischen Alphabet

Sprachen haben unterschiedlich viele Konsonanten. Dementsprechend hat jede Sprache auch ihr ganz individuelles Konsonanteninventar, das in einer IPA-Tabelle illustriert wird. Die deutsche IPA-Übersicht umfasst ungefähr 20 Konsonanten.

Lernvideo: alle deutsche Konsonanten in IPA

Wie viele Konsonanten hat die deutsche Sprache?

Wie viele Konsonanten die deutsche Sprache genau hat, lässt sich nur schwer ermitteln, da sich Forscher nicht immer einig sind, welche Laute zu den Konsonanten gezählt werden. Einige meinen, dass das Deutsche 20 Konsonanten hat, andere zählen zum Beispiel auch Kombinationen wie [pf] oder [ts] (sogenannte Affrikaten) zu den Konsonanten, obwohl diese auch als zusammengesetzte Laute gesehen werden können. In der Fachliteratur ist aber am häufigsten von 20 Konsonanten die Rede, was im Vergleich zu allen Sprachen der Welt durchschnittlich ist.

Info

Im „Weltatlas der Sprachstrukturen“ findest du viele linguistische Informationen zu allen erforschten Sprachen der Welt: www.wals.info.


Einteilung der Konsonanten

Jeder Konsonanten hat einen eindeutigen Namen, der aus drei Elementen besteht.

stimmloseralveolarerFrikativ
123

Der erste Teil im Namen des Konsonanten gibt die Stimmbeteiligung an, der zweite Teil die Artikulationsstelle und der dritte Teil steht für die Artikulationsart. Wenn du diese Begriffe noch nicht kennst, empfehle ich dir meinen Beitrag „Was sind Konsonanten“, in dem ich ausführlich darauf eingehe.

Alle deutschen Konsonanten

Alle deutschen Konsonanten nach Artikulationsort, -art und Stimmbeteiligung

Das Deutsche hat zwei bilabiale Plosive. Der Laut [p] („Oper“) ist ein bilabialer Plosivlaut, der stimmlos ausgesprochen wird. Der stimmhafte Partnerlaut vom Laut [p] ist der Laut [b] („Ober“). Das einzige Unterscheidungsmerkmal dieser zwei Laute ist also die Stimmhaftigkeit.

An den Alveolen wird der stimmlose Plosiv [t] („Tür“) und der stimmhafte Plosiv [d] („reden“) gebildet. Ihr merkt, die stimmhafte Variante eines Lautes steht in der IPA-Übersicht immer rechts vom stimmlosen Konsonanten.

Die Laute [k] und [g] sind velare Plosive und kommen z. B. in „können“ und „gönnen“ vor.

Das Deutsche hat drei nasale Konsonanten, einen bilabialen, einen alveolaren und einen velaren: [m] wie in („Mann“), [n] wie in („Name“) und [?] wie in („Bank“).

Bei den Vibranten (auch: Trill) gibt es im deutschen Sprachraum zwei Konsonanten, die aber nicht so häufig auftreten und auch nicht zum Konsonanteninventar gezählt werden. Einmal das gerollte Zungenspitzen-R [r] und das vibrierende uvulare [?]. Beide Varianten sind abhängig von Region und Sprechanlass, werden also nicht immer überall verwendet. Das „R“, das man überwiegend im Deutschen verwendet, ist das frikative uvulare [?]. Je nach wissenschaftlicher Quelle wird hier aber ein anderer Laut zum deutschen Konsonanteninventar gezählt, entweder [?] oder [?].

Ebenfalls zu den Frikativen zählen acht weitere Konsonanten. Das labiodentale [f], stimmlos wie in „fahren“ und das stimmhafte [v] wie in „Wasser“. Alveolar werden [s] „Haus“ und [z] „Sonne“ gebildet, postalveolar [?]: „Schule“. Schließlich gibt es noch den glottalen Hauchlaut [h]: „Haus“. Das palatale [ç] „Licht“ und das velare [x] „Buch“ sind Allophone. Sie treten im Deutschen nicht bedeutungsunterscheidend auf, sind demnach keine Minimalpaare. Ob man nun beide Laute oder nur einen Laut zum Konsonanteninventar des Deutschen zählt, ist davon abhängig, ob man phonetisch (beide Laute angeben) oder phonologisch (ein Laut) arbeitet.

Es gibt einen Approximanten im Deutschen. Dieser wird palatal gebildet: [j] wie in „Jacke“.

Und schließlich der Lateral [l] wie in „Luft“.

Der glottale Verschlusslaut [?] ist zwar ein Laut, aber kein Phonem des Deutschen, da er keine bedeutungsunterscheidende Funktion hat. In anderen Sprachen kann er aber sehr wohl bedeutungsunterscheidend sein.

Insgesamt gibt es also mindestens 20 Konsonanten im Deutschen, es kommen aber auch einige Laute hinzu, die aus anderen Sprachen stammen, wie der Laut [?], den wir sprechen, wenn wir „Garage“ sagen.


Quellen

Šileikait?-kaishauri, D. (2015). Einführung in die Phonetik und Phonologie des Deutschen.

Dieling, H., & Hirschfeld, U. (2000). Phonetik lehren und lernen. München, Deutschland: Langenscheidt.

IPA Chart, http://www.internationalphoneticassociation.org/content/ipa-chart, available under a Creative Commons Attribution-Sharealike 3.0 Unported License. Copyright © 2015 International Phonetic Association

UCLA Phonological Segment Inventory Database. 2019. German sound inventory (UPSID). In: Moran, Steven & McCloy, Daniel (eds.) PHOIBLE 2.0. Jena: Max Planck Institute for the Science of Human History. (Available online at http://phoible.org/inventories/view/304, Accessed on 2022-06-05.)

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