Atmung

Die Lunge ist ein Organ im Brustkorb, das für zwei Dinge verantwortlich ist: die Sauerstoffversorgung und die Lautproduktion. Wie genau verläuft der Prozess der Sprechatmung?

Der erste Schritt der Lautproduktion: Atmung

Wenn du mein Video zum Dreischritt der Sprachproduktion: „Atmung, Phonation und Artikulation“ schon gesehen hast, dann weißt du, dass die Lunge ein Organ im Brustkorb ist, das für zwei Dinge verantwortlich ist: die Sauerstoffversorgung und die Lautproduktion.

Einatmen

Durch die Ausdehnung des Brustraumes und dass dadurch das Lungenvolumen zunimmt, entsteht ein Unterdruck, der dafür sorgt, dass Luft durch den Mund oder die Nase am Kehlkopf vorbei in die Lunge strömt. Um diesen Prozess in Gang zu setzen, müssen viele Muskeln zusammenarbeiten.

Ausatmen

Beim Ausatmen entspannen sich die Muskeln wieder, die Rippen fallen zurück in ihre Ausgangsposition und dadurch strömt Luft wiederum durch den Kehlkopf, Mund- und/oder Nasenraum nach draußen.

Sprechatmung

Die Sprechatmung funktioniert aber etwas anders als die Atmung zur Sauerstoffversorgung. Es wird stärker Luft eingeatmet und dementsprechend auch mehr Luft unter Anspannung der Muskeln ausgeatmet. Denn die Ausatmung wird abgebremst. Für das Produzieren von Sprachlauten ist ein gleichmäßiger Luftdruck notwendig.

Alle Laute aller Sprachen in Europa (außer im Kaukasus) werden pulmonal egressiv gebildet. Das bedeutet „aus der Lunge beim Ausatmen“. Es gibt allerdings auch Sprachen, die pulmonal ingressive Laute verwenden, also Laute, die beim Einatmen gebildet werden. Sie sind aber sehr selten.

Nichtpulmonale Laute

Zudem gibt es nichtpulmonale Laute, die also ohne einen Luftstrom aus der Lunge gebildet werden. Man teilt sie in drei Gruppen ein: Ejektive, Klicks und Implosive. Klicks sind Laute, die in einigen afrikanischen Sprachen vorkommen. Ejektive und Implosive sind Laute, die durch Heben und Senken des Kehlkopfes gebildet werden. Das sorgt für einen Druckunterschied und somit einen Luftstrom, der eben nicht aus der Lunge kommt. Bei den Ejektiven entsteht durch Anheben des Kehlkopfes ein Überdruck, bei den Injektiven genau andersherum durch das Senken des Kehlkopfes ein Unterdruck.

Wenn ihr euch anhören möchtet, wie sich diese Laute anhören, dann geht mal auf die Seite www.ipachart.com. Dort findet ihr erst die Vokale, dann pulmonische Konsonanten und danach nichtpulmonale Laute.

Zusammenfassung

Bei der Sprachproduktion sorgt die Lunge für einen stetigen Luftstrom von der Lunge durch den Kehlkopf und schließlich über den Rachenraum in den Mund- oder Nasenraum nach draußen.

Quellen

Spillmann, H. O. (2000): Einführung in die germanistische Linguistik. Langenscheidt.

Šileikait?-kaishauri, D. (2015). Einführung in die Phonetik und Phonologie des Deutschen.

Dieling, H., & Hirschfeld, U. (2000). Phonetik lehren und lernen. München, Deutschland: Langenscheidt.

Altmann, H., & Ziegenhain, U. (2015). Prüfungswissen Phonetik, Phonologie und Graphemik. utb GmbH.

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