Teilgebiete der Phonetik

In der Phonetik unterscheidet man drei Arbeitsrichtungen. Die artikulatorische, akustische und auditive Phonetik.

Wenn du mein Video zu „Was ist Phonetik“ gesehen hast, dann weißt du, dass die Phonetik hör- und messbare Eigenschaften gesprochener Sprache untersucht. Genauer gesagt, die folgenden drei Aspekte:

1. Artikulatorisch: Also die Frage: Wie werden Laute vom Sprecher erzeugt?
2. Akustisch: Wie ertönen Laute in der Luft?
3. Auditiv/perzeptiv: Wie werden Laute vom Hörer empfangen/verstanden?

Somit unterscheidet man auch drei Teilgebiete der Phonetik:

1. Die artikulatorische Phonetik, die vom Sprecher ausgeht.
2. Die akustische Phonetik, die das Schallsignal näher betrachtet.
3. Die auditive Phonetik, bei der der Hörer in den Mittelpunkt rückt.

Artikulatorische Phonetik

Die artikulatorische Phonetik beschäftigt sich mit den Bewegungsabläufen bei der Sprachproduktion. Das heißt, dass man sich anschaut, was im Kehlkopf, Rachen-, Mund- und Nasenraum passiert. Wie arbeiten die Sprechorgane bei der Artikulation der einzelnen Sprachlaute zusammen? Denn jeder Laut unterscheidet sich von den anderen durch bestimmte Merkmale.

Früher verwendete man hierfür nur beobachtende Methoden, und verließ sich darauf, was das geschulte menschliche Ohr wahrnehmen kann. Heute verwendet man auch spezielle Geräte und Testverfahren. Dies nennt man „Experimentalphonetik“.

Akustische Phonetik

Die akustische Phonetik erforscht die Struktur der Schallsignale, misst die Frequenz und zum Beispiel auch das Spektrum. Es geht hierbei also um die physikalischen Eigenschaften von Lauten. Man stellt in der akustischen Phonetik zum Beispiel fest, welches Frequenzgemisch ein Vokal aufweist oder wie sich die Schallenergie bei der Öffnung eines Plosivs in der Zeit verändert.

In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die akustische Phonetik durch den schnellen Fortschritt der IT revolutioniert. Man entwickelte Techniken für die automatische Spracherkennung und –analyse sowie für die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine.

Auditive Phonetik

Die auditive Phonetik nennt man auch „perzeptive Phonetik“. Sie beschreibt den Aufbau und die Funktion des Hörorgans sowie die anatomischen und neurophysiologischen Vorgänge bei der Wahrnehmung und Entschlüsselung der Sprachlaute. Aber auch, wie Sprachlaute wahrgenommen werden.

Kurz zusammengefasst: Man unterscheidet drei Teilgebiete der Phonetik: Die artikulatorische Phonetik, die vom Sprecher ausgeht, die akustische Phonetik, die das Schallsignal näher betrachtet und die auditive Phonetik, bei der der Hörer in den Mittelpunkt rückt.

Quellen

Eisenberg, P. (2009). Das Phonem und Graphem. In: Dudenredaktion (Hrsg.): Duden. Die Grammatik (8. überarbeitete Aufl., S. 19 – 56). Mannheim/Wien/Zürich: Dudenverlag.

Spillmann, H. O. (2000): Einführung in die germanistische Linguistik. Langenscheidt.

Altmann, H., & Ziegenhain, U. (2010). Prüfungswissen Phonetik, Phonologie und Graphemik (Vol. 3323). UTB.

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